Kleine Verluste machen, große Verluste vermeiden

Wie kann man an der Börse am besten Verluste vermeiden?

Reale Verluste entstehen erst dann, wenn man seine Buchverluste realisiert. Eine Aktie, die 30% verloren hat, muss nicht unbedingt schlechter sein, als vor dem Einbruch. Manchmal ist sie einfach nur günstiger als vorher. Wenn du sie nicht sofort verkaufst, sondern erst die Lage checkst, kannst du große Verluste vermeiden.

Wenn man als Trader unterwegs ist und nur auf schnelle Kursgewinne aus ist, sollte man irgendwann die Reißleine ziehen und aussteigen. Denn so einen heftigen Kursverlust wieder auszugleichen, braucht es an Zeit, die man als Trader nicht hat. In diesem Fall heißt es: Verluste realisieren, um sie zu begrenzen. Komplett die Verluste vermeiden kannst du damit aber nicht.

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Als langfristiger Investor dagegen hat man die Zeit auf seiner Seite. Wenn das einem bewusst ist, kann das Investieren eine echt entspannte Angelegenheit werden!

Ein Unternehmen, von dem man überzeugt ist und dessen Aktien an Wert verloren haben, wird temporär eben günstiger bewertet. Ein guter Zeitpunkt, um nachzukaufen. Oder man sitzt es aus. In diesem Fall kann man also Verluste vermeiden, indem man nichts macht. Denn der Verlust entsteht erst, wenn die Aktien verkauft werden. Und warum sollte man seine Anteile günstiger verkaufen, als man sie gekauft hat, wenn man doch vom Unternehmen immer noch überzeugt ist?

Warum du so früh wie möglich Verluste machen musst!

Wieso sollte man überhaupt Verluste machen wollen? Ganz einfach! Weil man dadurch lernt mit Buchverlusten umzugehen.

Deshalb ist es auch ratsam, sich so früh wie möglich mit dem Thema Börse zu beschäftigen. Wenn man noch nicht so viel Geld besitzt, umso besser! Denn dann kann man nicht so viel verlieren. Dennoch hilft Dir der kleine Verlust, Dich mental zu stärken. Du wirst anti-fragil! Und je besser Du mit Buchverlusten umgehen kannst, umso erfolgreicher wirst Du große reale Verluste vermeiden.

Der Depotwert kann je nach Zusammensetzung stark schwanken. Wenn der Wert steigt, freut man sich über die „Gewinne“, gewöhnt sich aber recht schnell an die grüne Farbe und die höheren Zahlen. Wenn sich aber die Richtung dreht, dann wird man schnell nervös und hinterfragt jede seiner Kaufentscheidungen.

Das Depot, muss nicht einmal in den roten Bereich abdriften. Bei vielen Investoren reicht es schon aus, wenn die Gewinne langsam abschmelzen, um sie aus der Fassung zu bringen.
Wenn Du ein paar solcher Zyklen mitgemacht hast (es muss noch nicht einmal ein Crash sein), dann wirst Du immer sicherer in deinem Handeln und behälst die Fassung. Dadurch wirst Du große Verluste vermeiden und erfolgreich an der Börse Geld verdienen. Nicht sofort, aber langfristig.

Wenn Du jung bist und noch nicht so viel Geld zur Verfügung hast, Dich aber für die Börse interessierst, dann trau Dich! Wenn Du dir bei den ersten Aktienkäufen die Pfötchen verbrennst, dann ist es halb so wild. Denn jeder, der angefangen hat, musste Lehrgeld bezahlen. Der eine mehr, der andere weniger.

Noch schlimmer wäre es, zu warten, bis man viel Kapital angesammelt hat und dann den Sprung ins kalte Wasser wagt. Da hätte man vorher noch nicht einmal schwimmen gelernt. Wenn man bis dahin noch nie Verluste gemacht hat, dann hat man auch nicht gelernt wie man Verluste vermeiden kann oder wie man mit ihnen umgeht.

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Auch ich musste Verluste machen, jetzt kann ich Verluste vermeiden

Wie viele Neulinge am Aktienmarkt, habe auch ich mit wenig Kapital gestartet und mich in höchsten Risikoklassen versucht. Ich habe einen Haufen Fehler gemacht: Pennystocks, Zertifikate, Fallen Angels, Turnaround Stories, unkoordiniertes Kaufen und Verkaufen und so weiter. Dabei habe ich gelernt, dass einige Börsenweisheiten gar nicht mal so dumm sind, wie zum Beispiel: „Greife nicht ins fallende Messer“, „Hin und Her macht Taschen leer“ oder „Erst bei NULL ist Schluss“.

Mein Vorteil dabei war, dass ich noch nicht viel Geld hatte und dass ich diese Fehler sehr früh gemacht habe. Schnell habe ich meine Strategie umgestellt. Dabei haben mir diverse Bücher, Blogs, Youtube-Videos und Podcasts geholfen. So habe ich gelernt wie ich zumindest diese fatalen Verluste vermeiden kann.

Fatal sind die Verluste nicht, weil ich viel Geld verloren habe, sondern weil jeder Euro, den ich verloren habe, nicht mehr für mich arbeiten kann, auch wenn er es gerne würde. Jeder Euro heute, ist in Zukunft vielleicht 2 Euro oder mehr wert. Der Zinseszinseffekt macht´s möglich.

Meine Strategie ist seitdem: ETF-Sparpläne, Bluechip-Einzelaktien und Dividenden. Mit dieser Strategie kann ich nicht nur effektiver Verluste vermeiden, sondern auch ruhiger schlafen.

Mein erster kleiner Crash

Als Ende 2014 der EZB-Chef Mario Draghi angekündigt hat, Staatsanleihen im Gesamtwert von 1,2 Billionen Euro auf zu kaufen, explodierten die Märkte. Der Dax kletterte bis April 2015 um ca. 44% und ich sah mit meinen 2 kleinen Depotpositionen dabei zu.

Das Geld, was ich in den Jahren zuvor durch harte Arbeit bei der Bundeswehr und als Student beim Kellnern erarbeitet hatte, ruhte sich in der Schublade aus, anstatt für mich arbeiten zu gehen.

Dann hatte ich genug! Nach einem kurzen Rücksetzer im April habe ich nach und nach Aktien gekauft. Wie wir heute wissen, waren die Preise schon recht teuer. Damals wollte ich weitere Kursgewinne nicht verpassen.

Zu dem Zeitpunkt war ich immer noch Student und das Kapital recht überschaubar. Dennoch schmerzte es mich, selbst nach einem Jahr noch ein Minus im Depot zu sehen. Und ich ärgerte mich, dass ich bei den günstigen Kursen nicht mehr nachkaufen konnte. Da ich wusste, dass mich der Verlust nicht ruinieren würde, habe ich genug Kraft aufgebracht, um die roten Zahlen auszusitzen.

Ein weiteres Jahr später, also Mitte 2017, waren alle Positionen großzügig im grünen Bereich und ich konnte aufatmen und mir auf die Schulter klopfen. Nicht weil ich so eine tolle Aktienauswahl gehabt habe, sondern weil ich es geschafft hatte, die Werte so lange zu halten.

Ich konnte also Verluste vermeiden, weil ich nichts gemacht habe. Hätte ich die Aktien verkauft, dann hätte ich nicht nur die Buchverluste realisiert, sondern auch Gebühren bezahlt. Und ganz nebenbei hätte ich jemand anderen reich gemacht! Ganz nach dem Motto von Bodo Schäfer*: „Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders.“

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Fazit

Ich bin dankbar für diesen kleinen Crash von 2015, bei dem ich lernen konnte mit meinen Gefühlen an der Börse umzugehen. Es hat sich als Vorteil herausgestellt, dass ich nur wenig Kapital zur Verfügung hatte. Mit mehr Geld wäre ich wahrscheinlich nervös geworden und hätte mir heftig die Finger verbrannt.

Verluste vermeiden kann man normalerweise nicht von Natur aus, diese Fähigkeit muss man erlernen. Und das geht nur, wenn man anfängt zu investieren! Auch wenn man zunächst Lehrgeld bezahlen muss.

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