Ich fühle mich schon heute finanziell frei!

Wie definiere ich die finanzielle Freiheit?

Für mich bedeutet die finanzielle Freiheit, wichtige Entscheidungen, die mein Leben nachhaltig beeinflussen, ohne Einschränkungen selbst treffen zu können.

Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben wie ich meine Zeit einteilen und für was ich mein Geld ausgeben soll. Das ist allein mein Recht auf Selbstbestimmung.

Dieses Recht ist nicht mein eigener philosophischer Gedanke, sondern ist sogar im Deutschen Grundgesetz verankert. Jedem Menschen wird darin das Recht auf die „freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ garantiert, „soweit er die Rechte anderer nicht verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt“ (Artikel 2 Absatz 1 Grundgesetz)

Die moderne Peitsche des Sklaventreibers

Ich bin mir sicher, dass die wenigsten es versuchen würden gegen dieses Grundrecht direkt zu verstoßen, denn das ist ja strafbar. Aber viele machen es immer wieder indirekt.

Zum Beispiel: Weiß der Arbeitgeber, dass man ein Kredit finanziertes Eigenheim besitzt und eine vierköpfige Familie zu ernähren hat, ist er in einer hervorragenden Verhandlungsposition. Der Arbeitnehmer wird jedes Angebot akzeptieren müssen, das ihm serviert wird.

Nicht jeder Arbeitgeber ist so gemein und nutzt eine solche Situation aus, aber es wäre auch keine Ausnahme. Warum sollte ich mich darauf verlassen, dass ich immer und überall von allen fair behandelt werde?

Wenn ich Schulden anhäufe, verliere ich an Handlungsspielraum und werde zum Spielball anderer. Es muss nicht immer dazu kommen, dass ich ausgenutzt werde – nicht alle Menschen sind per se böse – aber wenn ich ausgenutzt werde, dann kann ich mich ohne finanzielle Flexibilität nicht dagegen wehren.

Früher war die Unterdrückung offensichtlich. Der Besitz von Sklaven war anerkannt und normal. Heute ist die Sklaverei in den meisten Ländern zum Glück verboten. Aber kreative Köpfe haben es geschafft Milliarden Menschen zu versklaven ohne dass es offensichtlich ist.

Durch Konsumschulden leben die Menschen nicht mehr selbstbestimmt, auch wenn man ihnen gerne dieses Gefühl gibt. Nicht umsonst sagte einst der amerikanische Schriftsteller Ambrose Gwinnett Bierce (1842-1914): „Schulden: ein genialer Ersatz für die Ketten und Peitsche des Sklaventreibers!“

Ein positives Vermögen verschafft mir dagegen Luft zum Atmen.

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Was hilft mir dabei, mich finanziell frei zu fühlen?

Es geht natürlich nicht nur darum, dass ich ausgenutzt werden könnte. Es geht auch darum, dass ich mich frei entscheiden und wenn nötig auch immer wieder umentscheiden kann.

Möchte ich diesen Job machen? Möchte ich lieber reisen? Möchte ich vielleicht doch wieder arbeiten, aber dieses Mal für ein Startup, das wenig zahlt? Oder ehrenamtlich? Drei Monate frei machen und den Eltern bei der Hausrenovierung helfen? Mich mehrere Monate zu Hause nur um die Familie kümmern?

All diese Sachen kosten Energie und Zeit. Den größten Teil dieser Ressourcen verkaufe ich aber als Angestellter für Geld, das ich entweder zur Begleichung von Schulden verwenden kann oder welches ich für mich arbeiten lassen kann.

So sagte der frühere amerikanische Finanzier Bernhard Mannes Baruch: Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: Entweder wir arbeiten für Geld – oder das Geld arbeitet für uns.

Geld hilft mir also dabei, finanziell frei zu werden, indem es für mich mindestens genauso hart arbeitet wie ich vorher dafür gearbeitet habe. Geld ist nicht böse! Geld ist pure Energie und es liegt an uns, diese Energie sinnvoll und klug einzusetzen und zu lenken.

Mein Leben dreht sich nicht ausschließlich um Geld, dennoch ist das Geld ein wichtiges Werkzeug, um die Selbstbestimmung Wirklichkeit werden zu lassen, die ich mir für mein Leben wünsche.

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Die finanzielle Freiheit kommt nicht über Nacht

In einem früheren Beitrag habe ich vorgerechnet, wie viel Vermögen ich brauche, um finanziell frei zu sein. Schon da habe ich einen monatlichen Geldstrom angegeben, der gerade mal die Grundkosten der Lebenshaltung abdeckt.

Von 600€ könnte ich wahrscheinlich nicht dauerhaft leben. Aber ich will meinen Job ja auch weiterhin ausüben, nur ich will es nicht müssen. Daher reicht der Geldstrom als Absicherung bzw. als zweites Standbein aus.

Bis ich diesen Geldstrom aufgebaut habe werden sicher noch 15 Jahre vergehen. Warum fühle ich mich also heute schon finanziell frei?

Entscheidungsfreiheit resultiert aus finanzieller Absicherung

In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben, dass meine größte Investition dieses Jahr (2018) ein zweites Studium sein wird. Der Semesterbeitrag ist mit 82€ fast geschenkt. Was so teuer an dieser Investition ist, sind die fehlenden Gehälter während dieser Zeit. Dieses Mal gibt es für mich kein BaföG und einen Studentenkredit möchte ich nicht.

Deswegen habe ich meinem Arbeitgeber vorgeschlagen, weiterhin halbtags als Werkstudent in der Firma zu arbeiten. So könnte ich mein Studentenleben finanzieren, ohne meine Ersparnisse, für die ich die letzten zweieinhalb Jahre gearbeitet habe, wieder dahin schmelzen zu sehen.

Ich möchte zwar neben dem Studium weiterhin arbeiten, aber nicht um jeden Preis. Ich habe also vorgeschlagen, dass mein Gehalt anteilig um die Stunden reduziert wird, die ich weniger arbeite. Es wäre also genau wie eine Teilzeitstelle, aber beide Seiten würden davon profitieren, da es sich um einen Werkstudentenvertrag handelt (weniger Abgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber).

Nun, der Vorschlag, weiterhin für die Firma zu arbeiten wurde sehr herzlich aufgenommen und wir waren uns über die Rahmenbedingungen schnell einig. Beim Thema Gehalt allerdings hat es zwei Verhandlungsrunden gebraucht.

In der ersten Runde sah es noch ganz danach aus, dass ich beim Stundenlohn Abstriche machen müsste. Ich wollte das nicht so recht einsehen, da sich an meiner Qualifikation, an meiner Erfahrung und der Qualität meiner Arbeit nichts ändern würde. Warum sollte meine Zeit plötzlich weniger Wert sein?

Hätte ich zum laufenden Einkommen keine Alternative gehabt, hätte ich schnell jede Bedingung akzeptiert. Ich würde dann immer das Gefühl haben, dass ich mich unter Wert verkauft habe und hätte sicher auch schnell die Motivation für die Arbeit verloren.

Doch um genau diese „Rücken zur Wand“ Position zu vermeiden, habe ich einige Monate vorher angefangen mein Tagesgeldkonto mit Rücklagen zu fluten. Ich habe kaum noch Geld in Aktien investiert, was sich negativ auf die Dividendensteigerung ausgewirkt hat. Aber mit diesem Notfallkonto habe ich mir die Entscheidungsfreiheit erkauft.

Sollten die Bedingungen des neuen Arbeitsvertrages nicht zufriedenstellend sein, könnte ich eine Auszeit nehmen und mich voll auf das Studium fokussieren. Mit der Liquidität auf dem Tagesgeldkonto könnte ich dann mehrere Monate meine Fixkosten finanzieren ohne Arbeiten zu müssen. Als netten Nebeneffekt hätte ich dann auch mehr Zeit für den Blog und andere persönliche Projekte.

Sollten die Bedingungen meinen Vorstellungen entsprechen, dann würde ich im Herbst das Geld vom Tagesgeld auf mein Depot transferieren und hätte zum Jahresende zusätzliche Buying Power. Das wäre natürlich meine favorisierte Lösung.

Deswegen fühle ich mich schon heute finanziell frei

In der zweiten Runde wurden mir die endgültigen Bedingungen des neuen Arbeitsvertrages vorgestellt. Zu meiner Überraschung entsprach der Vertrag exakt meinen Vorstellungen und bot in meinen Augen faire Konditionen für beide Seiten.

Damit werde ich ab Oktober 2018 als Vollzeitstudent an der Fachschule Kempten in mein Humankapital investieren und bei meinem Arbeitgeber als Werkstudent weiterarbeiten. Während dieser Zeit muss ich keine Werte aus meinem Depot veräußern und kann mein bis dato aufgebautes Vermögen auf einem stabilen Niveau halten.

Durch diese Erfahrung fühle ich mich heute bereits finanziell frei, da es ohne die aufgebauten Rücklagen wahrscheinlich keine zweite Verhandlungsrunde gegeben hätte. Ich wäre einfach in einer zu schwachen Verhandlungsposition und hätte die Bedingungen so akzeptiert wie sie mir ursprünglich angeboten wurden.

Ich bin zwar noch weit davon entfernt wirklich „finanziell frei“ zu sein – in dem Sinne, dass ich auf aktive Einkommensquellen verzichten könnte. Doch bereits heute kann ich meine Entscheidungen frei treffen ohne durch finanzielle Aspekte eingeschränkt zu werden. Und das fühlt sich einfach gut an!

Deine Erfahrungen

Hast Du auch schon eine ähnliche Erfahrung gemacht? Fühlst Du Dich bereits finanziell frei, auch wenn Du für Dein Geld aktiv arbeiten musst? Schreibe gerne in den Kommentaren über Deine Erfahrungen!

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Bildquellen: pixabay

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich bin da völlig deiner Meinung, dass man sich durch „Schulden machen“ in eine äußerst missliche Lage manövriert. Es sei denn, man hat dermaßen hohe Millionenschulden, dass die Gläubiger zittern, ob sie ihr Geld zurückbekommen.

    Ein Punkt sollte jedoch zum Nachdenken anregen. Das Geld, das für uns arbeitet. Wie ist so etwas möglich, dass Geld für uns arbeitet und sich unser Wohlstand auf wundersame Weise vermehrt? Sind wir da nicht selber Ausbeuter? Also, wenn ich Aktien habe und die steigen, dann profitiere ich von der guten Arbeitsleistung Anderer ohne selber den Finger krumm zu machen.

    Antworten
    • Hallo Rabi,

      wenn man viele Milliarden Schulden hat, dann ist man womöglich „too big to fail“. Dann würde der Staat einem eher unter die Arme greifen, als dass er einen pleite gehen lässt. 😀 Aber ich bin mir sicher, dass man so einen Status als Privatperson nicht erreichen wird.

      Einerseits hast du Recht: Wenn ich Geld in Aktien anlege und Dividenden bekomme, dann hat jemand anderes dafür gearbeitet.
      Ich sehe diese Art der Investition aber nicht als Ausbeutung. Zum einen kassiere ich zwar Geld, gleichzeitig arbeite ich aber selbst für die Rendite von jemand anderem. (Das gilt zumindest so lange wie ich als Angestellter arbeite.) Zum anderen ist meine Investition eine Beteiligung und das erhaltene Geld eine Entschädigung für das eingegangene Risiko.
      Das tolle an Aktien ist, dass man sich in kleinen Stückelungen an erfolgreichen Unternehmen beteiligen kann. Die Beteiligungen stellen dabei das Eigenkapital des Unternehmens dar. Wenn sich also niemand beteiligen würde, dann gäbe es auch kein Eigenkapital und somit auch kein Unternehmen. Diejenigen, die die Rendite erwirtschaften, hätten also in der alternativen Welt ohne Beteiligungen gar keine Arbeit als Angestellten. Jeder müsste dann selbstständig agieren und das volle Risiko für seine eigene unternehmerische Tätigkeit tragen. Das wäre aber noch ungerechter, denn dann könnten sich die Reichen eigene Maschinen und andere Betriebsmittel leisten, während diejenigen ohne Kapital kaum eine Chance hätten, eigenes Kapital aufzubauen (denn es gibt ja keine Angestelltenverhältnisse und keine Beteiligungen).

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  • Klasse! Endlich mal jemand der weiß wovon er redet! Toller Beitrag, Dankeschön! 🙂

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