Buchrezension: Die glückliche Reise zum Reichtum

Von wem ist das Buch?

Die glückliche Reise zum Reichtum* ist das erste Buch von Dominik Fecht, einem der jüngsten Finanzblogger-Kollegen (Jahrgang 1997). Als er sein duales Studium anfing und sein erstes geregeltes Einkommen erzielte, lies ihn eine Frage einfach nicht los: Warum kommen die meisten Menschen in seinem Umfeld nicht mit ihrem Gehalt aus, egal wie hoch es auch sein mag?

Seit Juni 2016 bloggt Dominik über seine persönlichen Finanzen, verschiedene Spar- und Investitionsmöglichkeiten und verbindet diese Themen mit einem philosophischen Ansatz. Er erfüllt damit einen wichtigen Bildungsauftrag, dem staatliche Einrichtungen wie Schulen und Universitäten systematisch nicht nachkommen.

Bereits früh hat Dominik erkannt, dass finanzieller Wohlstand nicht nur aus der Höhe des Arbeitseinkommens resultiert, sondern vielmehr eine Einstellungssache ist. Reiche Menschen denken ganz anders über Geld als die Mittelschicht oder arme Menschen.

Genau diesen Grundgedanken versucht der junge Finanzexperte in seinem Buch „Die glückliche Reise zum Reichtum“ dem Leser näher zu bringen.

Durch seine Investitionen in die eigene Bildung (42 gelesene Bücher alleine im Jahr 2017) erscheint der Buchinhalt sehr kompetent und glaubwürdig.

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Die Story

Stefan und Tobias sind grundlegend Unterschiedliche Typen. Besser gesagt, sie haben eine unterschiedliche Meinung über Geld. Während Stefan als Angestellter in einem Reisebüro arbeitet, vom Reisen träumt und mit seinem Gehalt kaum über die Runden kommt, ist Tobias ein reicher Unternehmer und muss sich über Geld keine Gedanken mehr machen.

Zu Beginn treffen sich die beiden im Reisebüro, wo Tobias sich zu seiner nächsten Reise beraten lassen möchte. Bei dieser ersten Begegnung kommen die beiden auf das Thema Geld zu sprechen und über ihre Einstellung dazu. Stefan ist verwirrt über die Ansichten von Tobias, denn bisher war Geld für ihn etwas Negatives, denn es schränkte ihn täglich ein, weil er immer zu wenig davon hatte. Er kannte auch nicht viele reiche Menschen, hatte aber keine gute Meinung über sie.

Stefan ist zwar verwirrt, aber neugierig und möchte mehr über die Ansichten von Tobias zum Thema Geld erfahren. Er schlägt Tobias vor, für ihn eine ganz individuelle Reise zu planen, wenn dieser bereit wäre, ihn zu coachen. Tobias willigt ein.

Der Buchinhalt ist als ein Dialog zwischen den zwei Protagonisten geschrieben. Dieser Dialog findet an verschiedenen Orten statt, wo Tobias nach und nach Stefans Ansichten zu Geld verändert. Zunächst erklärt er ihm, was Geld eigentlich ist und wo es herkommt. Dann bringt er ihm bei, dass jeder für seine Finanzen selbst verantwortlich ist. Stefan lernt, wie er es schafft am Ende des Monats noch Geld übrig zu haben und zum Schluss wie er es schafft sein Einkommen zu steigern und gleichzeitig einer Arbeit nachzugehen, die ihm Spaß macht.

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Meine Lieblingspassagen

Während des Lesens habe ich mir 9 Textpassagen herausgeschrieben, die mich beeindruckt haben, da sie so präzise auf den Punkt gebracht sind. Diese Textpassagen sind entweder Zitate oder werden von mir gekürzt wiedergegeben:

  1. Glück ist, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft. (Anmerkung: Das Beispiel Matt Damon)
  2. Du kannst einen Euro nur ein einziges Mal ausgeben. (Ergänzung von mir: Aber er könnte ein Leben lang für dich arbeiten!)
  3. „Schulden: ein genialer Ersatz für die Ketten und Peitsche des Sklaventreibers“ (Ambrose Gwinnett Bierce)
  4. Es gibt nur zwei Motive zum Handeln: Entweder Schmerz vermeiden oder Glück erleben.
  5. Um reich zu werden musst du vertrauensvoll sein, Verantwortung übernehmen, anderen Menschen weiterhelfen, Risiko auf Dich nehmen und Werte schaffen.
  6. „Nichts beschleunigt die Genesung so schnell wie regelmäßige Arztrechnungen“ (Alec Guiness)
  7. Reichtum ist keine Frage des Einkommens, sondern eine Frage der Einstellung.
  8. Egoistisch zu handeln ist in Wirklichkeit das altruistischste, was Du tun kannst.
  9. Kein Angestellter wird für seine Zeit bezahlt, sondern für den Wert, den er dem Unternehmen liefert.

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Mein Buchurteil

Über mehrere Kapitel hinweg werden dem Leser wichtige Grundgesetze zum Thema Geld vermittelt. Was das Buch besonders macht ist, dass das Thema nicht als eine wissenschaftliche Arbeit mit Diagrammen und Statistiken abgearbeitet wird, sondern als eine Mischung aus Sachbuch und Roman. Das lässt den Inhalt nicht so trocken erscheinen und erlaubt es dem Leser, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren.

Das Buch hat einen abgerundeten Abschluss, der wieder Bezug zum Anfang des Buches nimmt. Die Geschichte beginnt mit einem Traum über eine Reise und endet mit der tatsächlichen Reise in der Realität. Da Stefan in einem Reisebüro arbeitet und das Coaching ihn nach und nach zur finanziellen Unabhängigkeit führt, bekommt der Titel des Buches „Die glückliche Reise zum Reichtum“ eine verknüpfende Bedeutung und das Buch wirkt in seiner Gesamtheit vorwiegend stimmig.

Das Buch “Die glückliche Reise zum Reichtum” eignet sich nicht nur für interessierte Einsteiger, sondern auch für Menschen, die bereits mehrere Fachbücher zum Thema Finanzen gelesen oder schon eigene Erfahrungen dazu gesammelt haben. Mir persönlich hat das Lesen Spaß gemacht, da es für mich eine Auffrischung des Themas war und die Lektionen erfrischend anders aufbereitet wurden.

Eine kleine negative Kritik möchte ich dennoch loswerden: In einigen Kapiteln werden zwei Gruppen ganz besonders kritisiert. Die christliche Kirche und die politisch links ausgerichteten Parteien kommen dabei sehr schlecht weg. Sie werden als Grund für die negative Einstellung der Menschen zum Geld kritisiert. Die Erklärungen dazu sind zwar nicht falsch, aber die einseitige Kritik kommt dabei ein wenig plump rüber.

Der Umstand, dass der Inhalt eine größere Beimischung eines Sachbuches beinhaltet, lässt den Spannungsbogen eher flach ansteigen. Dafür kann der Leser viele Lektionen aus den Dialogen zwischen Stefan und Tobias mitnehmen.

Ansonsten ist das Buch sehr durchdacht und schlüssig. Der Protagonist zeigt eine positive Entwicklung seiner Glaubenssätze und schafft es so nach und nach seine Ziele zu erreichen.

Müsste ich an dieser Stelle Sterne vergeben, würde ich wahrscheinlich 8 von 10 geben. Die Intention des Buches wird erfüllt und auf den ein oder anderen Neuling im Bereich der persönlichen Finanzen könnte sogar der AHA-Effekt warten. Ich hoffe, es ist nicht das letzte Buch des Autors.

Weiterführende Literatur

Am Ende des Buches nennt Dominik einige seiner wichtigsten Quellen, die ihm das Wissen zum Thema vermittelt haben. Ich möchte an dieser Stelle 5 dieser Bücher weiterempfehlen, die ich auch selbst gelesen habe und die mir gefallen haben:

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Bildquellen:Dmitry Ratushny

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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Interessant finde ich den Punkt 9 “Kein Angestellter wird für seine Zeit bezahlt, sondern für den Wert, den er dem Unternehmen liefert”- Ich war als Angestellter ja immer der Meinung, dass ich allein schon für’s Kommen und Gehen bezahlt werden müsste (so wie der Handwerker, der die Fahrt zum Kunden berechnet). Wenn ich dann außer Däumchendrehen noch was tue, kann ich dem Arbeitgeber dafür noch eine Zusatzrechnung schreiben.
    Denn wenn ich “wahre Werte” schaffe, dann könnte ich das ja auch auf eigene Rechnung tun und selber Unternehmer werden, anstatt andere damit reich zu machen.

    Ansonsten hört das Buch anhand deiner Beschreibung recht unterhaltsam an.

    Antworten
    • Das schöne am Angestelltendasein ist, dass man sein Gehalt auch dann bekommt, wenn man nur den halben Tag effektiv gearbeitet hat oder wenn man einen schlechten Tag hatte. Wenn man krank war oder im Urlaub. Der Preis für diesen Luxus der immer wiederkehrenden planbaren Zahlungen ist eben das geringere Gehalt des Angestellten im Vergleich zum Unternehmer.

      Ich war zunächst auch überzeugt davon, dass meine Zeit wertvoll ist und dementsprechend gut bezahlt werden sollte. Indirekt ist meine Zeit für den Unternehmer auch tatsächlich wertvoll, aber nur, wenn ich in der Zeit Werte für ihn schaffe. Ansonsten wäre ich ja nur ein Kostenblock in seiner Kalkulation.

      Bei meinem Arbeitgeber werden ab einer bestimmten Überstundenanzahl die Stunden mit einem 20%igen Zuschlag ausgezahlt. Das zeigt schon deutlich, dass meine Zeit für das Unternehmen wertvoller ist als das zusätzliche Geld, aber nur weil das Unternehmen davon ausgeht, dass ich in dieser Zeit wirklich nützlich bin.

      Das, was ich jeden Tag tue, könnte ich wirklich auf eigene Rechnung tun, aber dafür müsste ich mir erstmal einen Kundenstamm aufbauen, ich bräuchte ein Portfolio über die Dienstleistungen, die ich anbiete. Ich bräuchte die Infrastruktur, ein Büro, Softwarelizenzen, externe Berater (zum Beispiel für Buchhaltung, Steuern usw.), Investitionen in Werbung und andere Sachen. Das alles müsste ich einkalkulieren. Die Umsätze schießen normalerweise auch nicht von Null auf Hundert und auch später schwanken die Einnahmen von Monat zu Monat. Was ich damit sagen will: Es gibt gute Gründe dafür, angestellt zu bleiben. Ich versuche aber trotzdem mein Bestes zu geben und einen Nutzen für das Geld zu liefern.

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  • Ist ein Bestseller auf Amazon, liegt auch schon auf der Leseliste und wartet gelesen zu werden.

    Antworten
  • Franz Müller
    27. Juni 2018 13:53

    Die wenigsten Angestellten werden in Höhe des Wertes ihrer Arbeit bezahlt. Wenn ein Angestellter so viel Gehalt bekäme wie er für das Unternehmen erwirtschaftet, wäre er ein Minusgeschäft für den Arbeitgeber.

    Antworten
    • … und von dem, was ihm das Unternehmen zahlt, muss er auch noch Steuern und Sozialabgaben bezahlen. Außerdem zahlt der Arbeitgeber ja auch noch einen Teil der Sozialabgaben.
      Wieviel an Wert kann man denn in einer Stunde erwirtschaften , z.B. als Kellner, als Reinigungskraft, als Supermarkt-Kassierer, als Programmierer oder als Rechtsanwalt?

      Antworten

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